Wahlempfehlung des FDP-Kreisverbands zur Landratswahl in der Uckermark

Am 19.4.2026 finden die Landratswahlen in der Uckermark statt und es bewerben sich nur zwei Personen für dieses Amt. Die amtierende Landrätin Karina Dörk (CDU) sowie Felix Teichner (AfD).

Am 24.2.2026 führten zwei Vorstandsmitglieder unseres Kreisverbandes ein längeres Gespräch mit Karina Dörk. Im Gespräch erläuterte Frau Dörk ihre Lösungsansätze für die aktuellen Herausforderungen in der uckermärkischen Kommunalpolitik. Für uns ging es dabei generell darum, ob der FDP-Kreisverband Uckermark eine Wahlempfehlung für Frau Dörk ausspricht.

In diesem Gespräch wurde auch thematisiert, dass bereits mehrere Parteien in der Uckermark ihre Unterstützung für Frau Dörk signalisiert haben – die SPD, die Fraktion BVB Freie Uckermärker/BfVG, Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE. Als Reaktion auf diese Unterstützungserklärungen formulierte Felix Teichner den Vorwurf, dass sich offenbar wie in der DDR wieder eine Nationale Einheitsfront bildet, um seine Wahl zu verhindern. Daraufhin diskutierten wir im FDP-Kreisverband, ob wir auch mit Felix Teichner ein Informationsgespräch führen sollten. Wir entschieden uns jedoch aus Gründen, die noch erläutert werden, dagegen.

Kürzlich wurde von der AfD Uckermark ein Großplakat veröffentlicht, dass Frau Dörk als eine Art Angela-Merkel-Darstellerin karikiert. Auf dem Plakat zeigt Frau Dörk die sogenannte Merkel-Raute, diese Geste wurde ihr jedoch per Fotomontage von einem Grafiker angedichtet und von Teichner abgesegnet. Das Plakat soll wohl ausdrücken, dass Frau Dörk für ein ewiges Weiter-So im Geist der Merkel-Jahre steht, während Felix Teichner endlich frischen Wind in die Region bringt. Diese Bildsprache halten wir im Zusammenhang einer Landratswahl für völlig unangemessen, stil- und respektlos.

Im Landratsamt geht es vorrangig um gute Verwaltungsarbeit, auch um Erfahrung in der Leitung einer Verwaltung sowie funktionierende Gesprächskanäle sowohl in kommunale Verwaltungen als auch in die Landes- und Bundespolitik. Es geht aber kaum um Gesellschaftspolitik oder die durchaus wichtige Aufarbeitung grundlegender Fehlentwicklungen der Merkel-Administration.

Felix Teichner hat noch diverse weitere Wahlplakate hängen lassen, die verschiedene Themenfelder aufgreifen. Bei der Betrachtung dieser Plakate stellt sich für uns die Frage, ob ein Landrat diese Themen tatsächlich politisch bearbeiten kann oder ob es sich eher um Worthülsen und Wahlkampfgetöse handelt.

Beispielsweise wird das Thema Migration aufgegriffen, das mit Sicherheit wichtig ist und viele Bürger berührt. Die Lösungsansätze hierfür sind aber vorrangig in der Zuständigkeit der Bundes- und Landespolitik verortet. Einem Landrat kommt hier meist lediglich die Rolle der Umsetzung der Gesetzgebung zu. Zu den wenigen Möglichkeiten aktiver Gestaltung in diesem Bereich gehört die Bezahlkarte für Personen in Asylverfahren. Diese wurde in der Uckermark bereits im Jahr 2025 eingeführt.

Weitere Themen auf den Felix-Teichner-Plakaten sind u.a. der Kreishaushalt, die Sicherung der medizinischen Versorgung, die Bestellung des Busverkehrs im Landkreis, die Tourismusentwicklung in der Uckermark, der Radwegebau und auch die Digitalisierung der Verwaltung. Mit Blick auf diese Themen darf die Rolle des Kreistags nicht außer Acht gelassen werden. In diesem Gremium mit seinen Fachausschüssen gibt es vielfältige Möglichkeiten der Fraktionen entsprechende Anträge zu stellen und so die Entwicklung der Uckermark aktiv zu gestalten. Die von Herrn Teichner genannten Themen fordern derartige Anträge geradezu heraus.

Doch in der Realität hat die AfD-Fraktion den Kreishaushalt mal einfach so abgelehnt ohne entsprechende Anträge zur Verhinderung einer „Kreispleite“ einzubringen. Das ist nicht zielführend und schon gar nicht konstruktiv. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass im Rahmen einer haushaltslosen Zeit keine Aufträge des Landkreises an die Wirtschaft vorbereitet oder vergeben werden können. Von der Möglichkeit der finanziellen Unterstützung für den Erhalt der Krankenhausstandorte ganz zu schweigen.

Im Sinne engagierter Kommunalpolitik wäre erwartbar gewesen, dass die AfD-Kreistagsfraktion mit ihrem Landratskandidaten den Kreistag mit Anträgen zu den auf ihren Wahlplakaten benannten Themen zum Wohle der Uckermark nur so flutet. Doch bei Lichte betrachtet ist die bisherige Arbeit der AfD-Fraktion in dieser Hinsicht ernüchternd.

Keine Brandmauer, keine Nationale Front - Fakten sollten aus unserer Sicht in den Mittelpunkt des Landratswahlkampfes gerückt und eine Verklärung der Sachebene oder eine Überhöhung von Tatsachen vermieden werden. Mit Blick auf die Plakataktion von Felix Teichner und die bisherige Arbeit der AfD-Kreistagsfraktion haben wir auf ein Gespräch mit Herrn Teichner verzichtet.

Guten Gewissens geben wir dennoch eine Wahlempfehlung: Gehen Sie zur Wahl für eine lebenswerte Uckermark und geben Sie Ihre Stimme Frau Karina Dörk. Damit es auch in der Zukunft funktioniert.